Auf einen Blick
- Offizielle Saison
- 1. Juni bis 30. November
- Laut Auswärtigem Amt
- Tropenstürme, Starkregen und Überschwemmungen von Mai bis November
- Höchstes Risiko
- Mitte August bis Mitte Oktober
- Statistischer Höhepunkt
- um den 10. September
- Letzter Landfall eines Hurrikans
- Fiona, 19. September 2022
- Warnungen
- App AlertaCOE, INDOMET, US National Hurricane Center
- Notruf
- 911
Wann ist Hurrikansaison in der Dominikanischen Republik?
Die offizielle Hurrikansaison im Atlantik läuft vom 1. Juni bis 30. November. Laut US National Hurricane Center (NHC) liegt der statistische Höhepunkt um den 10. September. Die meisten Stürme entstehen zwischen Mitte August und Mitte Oktober, vereinzelt auch außerhalb der offiziellen Saison.
Das Auswärtige Amt fasst den Zeitraum für die Dominikanische Republik etwas weiter und rechnet von Mai bis November mit Tropenstürmen, Starkregen und Überschwemmungen. Der Grund: Auch schwache Tiefs und Tropenstürme ohne Hurrikanstärke können auf der gebirgigen Insel viel Regen bringen.
| Monat | Risiko | Einordnung |
|---|---|---|
| Dezember bis April | keins | außerhalb der Saison |
| Mai | gering | vor der Saison, aber Regenzeit beginnt |
| Juni | gering | Saisonstart, selten starke Stürme |
| Juli | mittel | Aktivität nimmt zu |
| August | hoch | ab Mitte des Monats Hauptphase |
| September | am höchsten | Höhepunkt um den 10.9. |
| Oktober | hoch | bis Mitte des Monats Hauptphase, dazu nassester Monat im Osten |
| November | gering | Saison endet am 30.11. |
Einordnung nach der NHC-Klimatologie für den Atlantik, Richtwerte.
Wie oft trifft ein Hurrikan die Dominikanische Republik?
Ein direkter Hurrikan-Treffer ist kein jährliches Ereignis. Die schweren Fälle der letzten Jahrzehnte lassen sich an einer Hand abzählen, und die meisten Herbsttage verlaufen für Urlauber ganz normal. Häufiger sind Tropenstürme und Ausläufer von Hurrikanen, die an der Insel vorbeiziehen.
Unterschätzen solltest du diese Ausläufer trotzdem nicht. Gerade die Regenbänder vorbeiziehender Stürme haben in den letzten Jahren große Schäden angerichtet, wie das Beispiel Melissa 2025 zeigt. Für deine Reise heißt das: Das Risiko, dass ein Sturm deinen Urlaub stört, ist im Herbst real – das Risiko, dass er dich als Hotelgast ernsthaft gefährdet, ist bei vernünftigem Verhalten gering.
Die schwersten Hurrikane: David, Georges, Fiona und Melissa
| Sturm | Datum | Was geschah |
|---|---|---|
| Hurrikan David | 31. August 1979 | Traf das Land als Hurrikan der höchsten Kategorie 5, das Auge zog nahe an Santo Domingo vorbei. Rund 2.000 Tote und über 200.000 Obdachlose; der Großteil der Ernte wurde zerstört. Bis heute die schwerste Sturmkatastrophe des Landes. |
| Hurrikan Georges | 22. September 1998 | Landfall im Südosten, rund 140 km östlich von Santo Domingo, mit Dauerwinden um 195 km/h. Laut NHC-Bericht 380 Tote und Schäden von über einer Milliarde US-Dollar. |
| Hurrikan Fiona | 19. September 2022 | Landfall mit Dauerwinden um 145 km/h, nachdem Fiona zuvor Puerto Rico schwer getroffen hatte. |
| Tropensturm Franklin | August 2023 | Kein Hurrikan, trotzdem schlossen die Behörden Schulen, Ämter und Geschäfte; mindestens 24 der 31 Provinzen standen auf Alarmstufe Rot. |
| Hurrikan Melissa | 21.–30. Oktober 2025 | Zog weit südlich vorbei, ohne Landfall. Die Regenbänder brachten im Maximum 737 mm Regen in Polo (Barahona) – normal sind dort im ganzen Oktober rund 246 mm. 831 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, 50 Orte waren abgeschnitten. |
Die Liste zeigt zwei Muster: Die schwersten Treffer kamen im August und September, und die größten Schäden der letzten Jahre entstanden durch Regen und Überschwemmungen, nicht durch Wind. Mehr zur Geschichte des Landes findest du unter Geschichte.
Welche Regionen sind am stärksten gefährdet?
Hurrikane ziehen in der Karibik meist von Osten oder Südosten heran. Eine sichere Region gibt es nicht, aber die Gefahren unterscheiden sich:
- Osten und Südosten (Punta Cana, Bávaro, La Romana)erste Küste in der typischen Zugbahn. Georges und Fiona kamen hier an Land.
- Süden und Santo DomingoDavid traf die Hauptstadt direkt. Bei Melissa litten der Süden und Santo Domingo besonders unter Überschwemmungen.
- Südwesten (Barahona, Pedernales)anfällig für extreme Regenmengen, Sturzfluten und Erdrutsche an den steilen Hängen, wie Melissa 2025 gezeigt hat. Details unter Südwesten.
- Berge (Jarabacoa, Constanza)vor Wind eher geschützt, aber Flüsse schwellen schnell an, Straßen können wegen Erdrutschen gesperrt werden.
- Nordküste (Puerto Plata, Cabarete)liegt oft abseits der Zugbahnen, die über den Süden der Insel führen – geschützt ist sie aber nicht.
Für Urlauber in Resorts sind die Gebäude meist das kleinere Problem. Schwieriger wird es mit ausfallendem Strom, gesperrten Straßen und gestrichenen Flügen.
Warn-Apps und offizielle Quellen
Wer in der Saison reist, sollte diese Quellen kennen:
| Quelle | Wofür |
|---|---|
| AlertaCOE (App des nationalen Notfallzentrums COE) | offizielle Warnstufen je Provinz (grün, gelb, rot) |
| INDOMET (nationaler Wetterdienst, früher ONAMET), indomet.gob.do | Wetterwarnungen und Bulletins für das Land |
| US National Hurricane Center, nhc.noaa.gov | Zugbahnen, Prognosekegel und Stärke aller Atlantikstürme |
| Auswärtiges Amt und App „Sicher Reisen“ | Reise- und Sicherheitshinweise für Deutsche |
| Krisenvorsorgeliste (in Deutschland „Elefand“) | damit dich die Botschaft im Notfall erreicht |
Installier AlertaCOE vor der Abreise und lass Benachrichtigungen zu. Die NHC-Seite zeigt meist schon mehrere Tage im Voraus, ob sich ein Sturm auf die Insel zubewegt – Zeit genug, um zu reagieren. Mehr zu Notrufen unter Sicherheit.
Was tun, wenn ein Hurrikan kommt?
Wenn ein Sturm angekündigt ist
- Den Anweisungen von Hotel und Behörden folgen. Große Resorts haben Notfallpläne und sichere Räume.
- Trinkwasser, haltbare Snacks, Medikamente für mehrere Tage, Taschenlampe und Powerbank bereitlegen.
- Handy laden, Reisepass, Geld und Versicherungsunterlagen wasserdicht verpacken.
- Airline und Reiseveranstalter kontaktieren, wenn Flüge betroffen sein könnten.
- Keine Überlandfahrten mehr planen, keine Ausflüge aufs Meer.
Während des Sturms
- Drinnen bleiben, weg von Fenstern und Glastüren.
- Nicht an den Strand oder ans Ufer gehen – Brandung und Sturmflut sind die größte Gefahr.
- Die ruhige Phase im Auge des Sturms ist nicht das Ende: Danach kommt der Wind aus der anderen Richtung zurück.
Danach
- Überflutete Straßen und Flussfurten nicht durchqueren, auch nicht mit dem Auto.
- Abgerissene Stromleitungen meiden.
- Nur Flaschenwasser trinken – nach Überschwemmungen gilt das noch mehr als sonst.
- Erst wieder losfahren, wenn die Warnstufe aufgehoben ist.
Reiseversicherung und Storno: Was zahlt wer?
Ein Hurrikan ist ein klassischer Fall für das Kleingedruckte. Ob du kostenlos umbuchen oder stornieren kannst, hängt davon ab, wie du gebucht hast und wann der Sturm feststeht.
| Situation | Was in der Regel gilt |
|---|---|
| Pauschalreise, Sturm trifft das Reiseziel zur Reisezeit | Bei unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umständen kannst du nach deutschem Reiserecht (§ 651h BGB) meist kostenfrei zurücktreten. Ein Sturm, der nur „möglich“ ist, reicht dafür nicht. |
| Einzeln gebuchte Flüge und Hotels | Es gelten die Bedingungen der jeweiligen Anbieter. Wird ein Flug gestrichen, bekommst du den Ticketpreis zurück oder eine Umbuchung. |
| Reiserücktrittsversicherung | Zahlt typischerweise bei Krankheit oder Unfall, Unwetter am Ziel ist oft ausgeschlossen. Bedingungen vorher prüfen. |
| Auslandskrankenversicherung | Laut Auswärtigem Amt dringend empfohlen, mit Rücktransport – Kliniken verlangen oft Vorkasse. |
Das ist keine Rechtsberatung. Wer im Herbst reist, sollte vorab die Storno- und Umbuchungsbedingungen lesen und im Zweifel beim Veranstalter oder bei einer Verbraucherzentrale nachfragen. Mehr zur Absicherung unter Gesundheit & Impfungen.
Im Herbst reisen? So buchst du klug
Die Hurrikansaison ist zugleich die günstigste Reisezeit. Wer mitdenkt, kann sie gut nutzen:
- Ränder statt HöhepunktJuni, Juli und November haben ein deutlich geringeres Risiko als Mitte August bis Mitte Oktober.
- Flexibel buchenTarife mit kostenloser Stornierung oder Umbuchung wählen, auch wenn sie etwas teurer sind.
- Pauschal statt einzelnBei einer Pauschalreise kümmert sich der Veranstalter im Ernstfall um Rückflug und Ersatz.
- Puffer einplanenDen Rückflug nicht auf den letzten Urlaubstag vor einem wichtigen Termin legen.
- Keine Rundreise auf KanteInlandsetappen so planen, dass ein verlorener Tag nicht alles umwirft – siehe Rundreise.
- Kurz vorher prüfenEine Woche vor Abflug auf nhc.noaa.gov schauen, ob sich etwas zusammenbraut.
Im Herbst kommt außerdem das Seegras dazu, wenn auch meist schwächer als im Sommer – mehr unter Seegras & Sargassum. Wann das Wetter insgesamt am besten ist, zeigt die beste Reisezeit.






