Auf einen Blick
- Amtssprache
- Spanisch
- Typisch
- „s“ fällt weg, r wird zu l oder i, -ado wird -ao
- Häufigste Begrüßung
- „Buenas“ und „¿Qué lo que?“
- Allzweckwort
- „Vaina“ – Ding, Sache, Problem
- Falscher Freund
- „guapo“ heißt oft „wütend“
- Erbe der Taíno
- hamaca, canoa, yuca, batata, conuco
Warum dominikanisches Spanisch anders klingt
Viele, die in der Schule oder in Spanien Spanisch gelernt haben, verstehen in der Dominikanischen Republik zuerst wenig. Das liegt nicht an dir. Dominikaner sprechen schnell, verschlucken Endungen und benutzen Wörter, die es sonst nirgends gibt. Das Spanisch der Insel gehört zur karibischen Variante, wie in Kuba und Puerto Rico, hat aber eine eigene Färbung.
Geprägt wurde es von den spanischen Siedlern, vor allem aus Andalusien und von den Kanaren, von der Sprache der Taíno, von afrikanischen Sprachen und später vom Englischen der US-Besatzungszeit. So stecken im Alltag heute Wörter wie hamaca (Hängematte), canoa (Kanu), yuca, batata (Süßkartoffel) oder caoba (Mahagoni) – alle aus dem Taíno. Wie die Geschichte das Land geprägt hat, liest du im Ratgeber Geschichte.
Die gute Nachricht: Die Menschen freuen sich über jeden Versuch. Ein paar typisch dominikanische Wörter bringen dir mehr Sympathie als perfekte Grammatik.
Aussprache: die wichtigsten Besonderheiten
1. Das „s“ verschwindet
Am Silbenende wird das „s“ nur gehaucht oder fällt ganz weg. Aus las mesas wird „lah mesah“ oder einfach „la mesa“, aus los niños „lo niño“. Ob jemand von einem oder mehreren Tischen spricht, erkennst du oft nur am Zusammenhang. Der Gruß „buenas“ klingt deshalb meist wie „buena“.
2. r und l tauschen die Rollen
Ein „r“ am Silbenende verändert sich je nach Region:
- Im Cibaorund um Santiago und in El Seibo wird es zu „i“: correr klingt wie „correi“, perdón wie „peidón“.
- In Santo Domingo und im Ostenwird es eher zum „l“: „correl“, „peldón“.
Mehr dazu lesen1 Min.
Am Klang erkennen Dominikaner oft sofort, aus welcher Ecke des Landes jemand kommt.
3. -ado wird zu -ao
Das „d“ zwischen Vokalen fällt aus: casado wird „casao“, lado wird „lao“, cansado wird „cansao“. Ganze Sätze schrumpfen so zusammen: está acostado (er liegt im Bett) klingt wie „'tá 'co'ta'o“.
4. Wörter werden zusammengezogen
Aus está wird „'tá“, aus para „pa'“, aus todo „to'“. Deshalb heißt „está todo bien“ im Slang einfach „tató“.
5. „ll“ und „y“, „z“ und „s“ klingen gleich
Wie in ganz Lateinamerika gibt es kein gelispeltes „z“ wie in Spanien: caza (Jagd) und casa (Haus) klingen identisch. Auch ll und y werden gleich ausgesprochen.
6. „Hablar fisno“
Weil das „s“ oft fehlt, gibt es eine scherzhafte Gegenbewegung: Wer besonders fein klingen will, schiebt ein „s“ ein, wo gar keins hingehört – aus fino wird „fisno“. Das ist bewusst übertrieben und wird ironisch eingesetzt, um „vornehmes“ Sprechen auf die Schippe zu nehmen.
Grammatik-Eigenheiten, die dir auffallen werden
- Pronomen vor dem Verb in FragenStatt ¿Qué quieres? hörst du ¿Qué tú quieres?, statt ¿Cómo estás? eher ¿Cómo tú está?. Für Lernende ist das sogar einfacher.
- Pronomen werden ausgesprochenWeil die Verbendung mit dem „s“ oft verschluckt wird, sagen Dominikaner häufiger ausdrücklich yo, tú oder ella.
- Doppelte VerneinungYo no voy, no. – „Ich gehe nicht, nein.“
- „Ello“ im CibaoAuf dem Land im Norden hörst du Sätze wie Ello hay arroz – „Es gibt Reis“. Das „ello“ ist ein Füllwort ohne eigene Bedeutung.
- Kein „vos“, kein „vosotros“Du sprichst Leute mit tú an, Fremde und Ältere höflich mit usted. Für mehrere Personen gibt es nur ustedes.
Begrüßungen und Smalltalk
Begrüßt wird in der Dominikanischen Republik immer – im Laden, im Wartezimmer, im Concho. Wer reinkommt, sagt in die Runde „Buenas“. Das ist die Kurzform von buenos días oder buenas tardes und passt zu jeder Uhrzeit. Mehr zu Gepflogenheiten im Alltag findest du unter Land und Leute.
| Wort | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| ¿Qué lo que? (auch „KLK“ geschrieben) | Was geht? – lockerste Begrüßung | ¿Qué lo que, mi pana? – Was geht, Kumpel? |
| Dímelo cantando | „Sag's mir singend“: Erzähl, was gibt's Neues? | ¿Qué lo que? Dímelo cantando. |
| Dame dato | Erzähl mir die Details | ¿Y la fiesta? Dame dato. – Und die Party? Erzähl! |
| Tató / Ta' to' | Alles gut, okay (von „está todo bien“) | —¿Todo bien? —Tató. |
| Yala | Okay, in Ordnung | Yala, nos vemos mañana. – Okay, bis morgen. |
| Tranqui | Ruhig, entspannt (von „tranquilo“) | Hoy me quedo tranqui en casa. – Heute bleib ich entspannt zu Hause. |
Mit Fremden, Älteren, in Behörden und in Hotels bleibst du bei „Buenas“, „buenos días“ und usted. „¿Qué lo que?“ ist unter jungen Leuten und Freunden üblich – als Tourist damit zu grüßen, sorgt meist für ein Grinsen, ist aber eher Spaß als Alltag.
Slang Teil 1: Menschen und Typen
| Wort | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Pana | Kumpel, guter Freund | Él es mi pana desde la escuela. – Er ist mein Kumpel seit der Schule. |
| Mano / Mana | Bruder / Schwester im Sinne von enger Freund, Freundin | ¿Qué pasó, mano? – Was ist los, Bruder? |
| Jevo / Jeva | Freund / Freundin (Partner) | Ella vino con su jevo. – Sie kam mit ihrem Freund. |
| Mai / Pai | Mama / Papa, liebevoll | Mai, ya llegué. – Mama, ich bin da. |
| Carajito / Carajita | Kind, Göre (leicht abwertend) | Ese carajito no se está quieto. – Der Kleine hält nicht still. |
| Tíguere | Straßenschlauer Typ, Lebenskünstler – bewundernd oder warnend | Cuidado con ese, que es un tíguere. – Pass auf den auf, der ist ein Schlitzohr. |
| Jevi | Cool, super; auch: entspannter Mensch | Tu amigo es jevi. – Dein Freund ist cool. |
| Bacano | Toll; jemand, der etwas richtig gut kann | Ese DJ es bacano. – Der DJ ist klasse. |
| Matatán | Meister, Boss in einer Sache | Mi mamá es la matatán de la cocina. – Meine Mutter ist die Chefin in der Küche. |
| Pariguayo | Langweiler, jemand, der auf der Party nur zuschaut (angeblich von „party watcher“) | Ven a bailar, no seas pariguayo. – Komm tanzen, sei kein Langweiler. |
| Bultero | Angeber | Siempre enseñando su yipeta, qué bultero. – Zeigt immer seinen SUV, so ein Angeber. |
| Hablador / Habladora | Jemand, der viel redet oder tratscht | No le cuentes nada, que es muy habladora. |
| Papi chulo | Gutaussehender Mann | Ese actor es un papi chulo. |
| Sanky-panky | Strand-Gigolo, der Touristinnen umwirbt | Ese no te quiere, es un sanky-panky. – Der liebt dich nicht, der ist ein Sanky-Panky. |
Achtung bei „Sanky-panky“: Gemeint sind Männer, die an Stränden gezielt Touristinnen umwerben – oft mit finanziellen Hintergedanken. Gut zu wissen, bevor dir jemand am zweiten Urlaubstag die große Liebe erklärt. Weitere Hinweise findest du unter Sicherheit.
Slang Teil 2: Alltag, Unterwegs, Geld
| Wort | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Vaina | Allzweckwort: Ding, Zeug, Sache – auch Problem, Ärger | Pásame esa vaina. – Gib mir mal das Ding da. |
| De vaina | Zufällig, gerade so | Llegué de vaina. – Ich hab's gerade noch geschafft. |
| Un chin | Ein bisschen | Dame un chin de arroz. – Gib mir ein bisschen Reis. |
| Colmado | Kleiner Laden an der Ecke | Voy al colmado a comprar pan. |
| Guagua | Bus | La guagua sale a las ocho. – Der Bus fährt um acht. |
| Concho | Sammeltaxi (auch: Taxi allgemein) | Cogí un concho hasta el centro. – Ich hab ein Sammeltaxi ins Zentrum genommen. |
| Motoconcho | Motorradtaxi | Es más rápido en motoconcho. |
| Dar bola | Jemanden im Auto mitnehmen | ¿Me das una bola hasta la playa? – Nimmst du mich bis zum Strand mit? |
| Pasola | Motorroller | Se fue en su pasola. |
| Yipeta / Jeepeta | SUV, Geländewagen (von „Jeep“) | Llegaron en una yipeta negra. |
| Zafacón | Mülleimer | Bota eso en el zafacón. – Wirf das in den Mülleimer. |
| Cuartos | Geld | No tengo cuartos. – Ich hab kein Geld. |
| En olla | Pleite | Este mes estoy en olla. – Diesen Monat bin ich pleite. |
| Conuco | Kleines Feld, Gemüsegarten (Taíno-Wort) | Mi abuelo siembra yuca en su conuco. |
| Mata | Pflanze, Baum | Esa mata de mango da mucho. – Der Mangobaum trägt viel. |
| Vaguada | Unwetter, starker Regen (von „bad weather“) | Viene una vaguada, no vayas a la playa. |
| Boche | Standpauke | Mi mamá me dio un boche. – Meine Mutter hat mir eine Standpauke gehalten. |
| Tichel | T-Shirt | Ponte un tichel limpio. |
| Yilé | Rasierer (von „Gillette“) | Se me olvidó el yilé. |
| Ahorita | „Gleich“ – oft aber „irgendwann später“ | Ahorita lo hago. – Mach ich gleich (vielleicht). |
| Ñapa | Kleine Zugabe, Extra obendrauf | Me dio dos guineos de ñapa. – Er hat mir zwei Bananen extra gegeben. |
Mehr dazu lesen1 Min.
Viele dieser Wörter stammen aus dem Englischen: yipeta von „Jeep“, tichel von „T-Shirt“, yilé von „Gillette“, vaguada von „bad weather“. Unterwegs mit Guagua, Concho und Motoconcho? Den Preis immer vor der Fahrt klären. Wie du mit Pesos und Dollar umgehst, steht unter Geld & Trinkgeld.
Slang Teil 3: Essen und Trinken
| Wort | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Una fría | Ein kaltes Bier | Dame una fría, por favor. |
| Guineo | Banane (süß, zum Rohessen) | Un guineo para el desayuno. |
| Plátano | Kochbanane | Mangú se hace con plátano verde. |
| Habichuelas | Bohnen | Arroz con habichuelas, como siempre. |
| Chinola | Maracuja | Un jugo de chinola sin azúcar. |
| Lechosa | Papaya | Una batida de lechosa, por favor. |
| China | Orange (neben „naranja“) | Jugo de china recién hecho. |
| Conflé | Cornflakes, jede Art Frühstücksflocken | Los niños quieren conflé. |
| Cocaleca | Popcorn | Compramos cocaleca para la película. |
| Jartura / Hartura | Pappsatt sein, Völlerei | ¡Qué jartura! – Bin ich satt! |
Wichtig im Supermarkt: guineo ist die süße Banane, plátano die Kochbanane, die du nicht roh isst. Welche Gerichte du unbedingt probieren solltest, erklärt mein Ratgeber Essen & Trinken.
Slang Teil 4: Gefühle, Party und Ärger
| Wort | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Jarto | Genervt, die Nase voll haben | Estoy jarto de esta lluvia. – Ich hab die Nase voll von dem Regen. |
| Guapo / Guapa | Wütend, verärgert – nicht „hübsch“! | No le hables ahora, está guapo. – Sprich ihn jetzt nicht an, er ist sauer. |
| Quillarse | Beleidigt sein, sich aufregen | Se quilló porque no lo invitaron. |
| Pique | Ärger, Wut über etwas | Eso me dio un pique... – Das hat mich so geärgert... |
| Fuñir | Nerven, ärgern | Deja de fuñir. – Hör auf zu nerven. |
| Lío | Ärger, Durcheinander | Se armó un lío en la calle. |
| Deguabinao | Völlig erschöpft | Después del trabajo estoy deguabinao. |
| Jumo / Ajumao | Sehr betrunken | Anoche estaba ajumao. |
| Nítido | Prima, super | ¿La playa? ¡Nítida! |
| Chulo / Chula | Süß, schön, cool | ¡Qué casa más chula! |
| Chercha | Spaß, gute Zeit | Anoche fue una chercha. – Gestern Abend war's lustig. |
| Coro | Große Party | El sábado hay un coro en la playa. |
| Corito sano | Entspanntes Beisammensein | Un corito sano en casa de Ana. |
| Dique | „Angeblich“, „ja klar“ – skeptisch-ironisch | Dique viene a las ocho. – Angeblich kommt er um acht. |
| Disparate | Unsinn, Quatsch | Estás hablando disparates. |
| Chepa | Glückstreffer, Zufall | Gané de chepa. – Ich hab nur aus Glück gewonnen. |
| Fucú | Pech; etwas, das Unglück bringt | Ese número tiene fucú. |
| Tabaná | Ohrfeige | Le dieron un tabaná. |
| Piña | Schlägerei | Hubo una piña en la esquina. |
| Macuteo | Schmiergeld, Bestechung | Eso se resolvió con macuteo. |
Der wichtigste falsche Freund: „guapo“ bedeutet in Spanien „hübsch“, in der Dominikanischen Republik aber meist „wütend“ oder „streitlustig“. Wenn jemand sagt „está guapo“, geht es selten um sein Aussehen.
20 nützliche Sätze für deinen Urlaub
| Deutsch | Spanisch | Hinweis |
|---|---|---|
| Hallo / Guten Tag (beim Betreten) | Buenas. | Funktioniert zu jeder Tageszeit |
| Wie geht's? | ¿Cómo tú está? | Typisch: Pronomen vor dem Verb |
| Danke, sehr freundlich. | Gracias, muy amable. | |
| Wie viel kostet das? | ¿Cuánto cuesta? | |
| Ist das in Pesos oder Dollar? | ¿Eso es en pesos o en dólares? | Wichtig in Touristengebieten |
| Die Rechnung, bitte. | La cuenta, por favor. | |
| Was gibt es heute zu essen? | ¿Qué hay hoy? | Im Comedor |
| Ein kaltes Bier, bitte. | Una fría, por favor. | |
| Ohne Zucker, bitte. | Sin azúcar, por favor. | Säfte sind oft stark gesüßt |
| Wasser aus der Flasche | Agua de botella | Leitungswasser nicht trinken |
| Wo ist die Haltestelle der Guagua? | ¿Dónde para la guagua? | |
| Wie viel kostet die Fahrt nach …? | ¿Cuánto me cobra hasta …? | Preis vor der Fahrt klären |
| Halten Sie hier, bitte. | Aquí me quedo, por favor. | Im Concho oder Motoconcho |
| Ich spreche nur ein bisschen Spanisch. | Hablo un chin de español. | Bringt garantiert ein Lächeln |
| Können Sie langsamer sprechen? | ¿Puede hablar más despacio? | |
| Ich verstehe nicht. | No entiendo. | |
| Wo ist die Toilette? | ¿Dónde está el baño? | |
| Hilfe! Rufen Sie die Polizei! | ¡Ayuda! ¡Llame a la policía! | Notruf: 911 |
| Ich brauche einen Arzt. | Necesito un médico. | |
| Nein danke, kein Interesse. | No, gracias, no me interesa. | Gegenüber Strandverkäufern |
Notruf für Polizei, Rettung und Feuerwehr ist die 911. In Touristenzonen hilft außerdem die Touristenpolizei POLITUR. Alles zur Anreise findest du unter Anreise.
Spanisch lernen vor der Reise oder dem Umzug
Für einen Badeurlaub in Punta Cana kommst du mit Englisch und ein paar Floskeln aus. Sobald du das Resort verlässt, mit Concho fährst oder auf dem Land unterwegs bist, wird Spanisch schnell wichtig.
Für Auswanderer gilt das erst recht: Behördengänge laufen auf Spanisch, ohne Sprachkenntnisse oder Anwalt wird es schwierig. Wer die Residencia beantragt oder sich einbürgern lassen will, muss sich auf Gespräche auf Spanisch einstellen. Mehr dazu unter Residencia.
- Mit Standardspanisch startenGrammatik und Grundwortschatz sind überall gleich. Lerne zuerst lateinamerikanisches Spanisch mit ustedes statt vosotros.
- Hören, hören, hörenBachata- und Merengue-Texte sowie dominikanische Serien und Podcasts gewöhnen dein Ohr an das verschluckte „s“.
- Slang dosiert einsetzenErst verstehen, dann selbst benutzen. Ein „tató“ oder „un chin“ an der richtigen Stelle wirkt sympathisch, zu viel Slang wirkt schnell aufgesetzt.






